Dürfen Hunde Hafermilch trinken?

Hafermilch hat in letzter Zeit einen wahren Boom erlebt. Weil plötzlich jeder Hafermilch trinkt, stellt sich öfter die Frage, ob auch Hunde Hafermilch trinken dürfen?

 

Normale Kuhmilch scheidet für Hunde in den meisten Fällen aus, denn die meisten erwachsenen Hunde vertragen keinen Milchzucker. Deshalb ist bei laktosehaltigen Produkten wie Milch oder Sahne zunächst Vorsicht geboten.

 

Wie aber verhält es sich mit veganen Alternativen? Da Hafer, Mandel und Soja grundsätzlich keine Laktose enthalten, sollte sie Ihr Vierbeiner besser vertragen.

 

Mein erster Verdacht war, dass vegane Ersatzprodukte voller Chemie stecken. Bei Hafermilch ist das erstaunlicherweise nicht der Fall.

 

Woraus besteht Hafermilch?

Ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe der Haferdrinks sieht wirklich vielversprechend aus. Die bekannten Marken wie Alpro oder Alnatura oder Oatly bestehen vor allem aus Hafer, Wasser, Sonnenblumenöl und Salz. Eine Ausnahme bilden Produkte, die absichtlich mit Zusatzstoffen versehen sind. Zum Beispiel für bestimmte Geschmacksrichtung wie Schokolade oder Vanille. Oder im Fall von Barista Hafermilch, um eine bestimmte Konsistenz zu erzielen.

 

Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf die Zutatenliste. Auf zugesetzten Zucker würde ich grundsätzlich verzichten, weil er unnötige Kalorien liefert und Karies fördert.

 

Ist Hafermilch für Hunde geeignet?

Dagegen stellt der Hauptbestandteil Hafer kein Problem für das Verdauungssystem Ihres Vierbeiners dar. In Maßen ist das Getreide sogar gesund, denn Hafer liefert viele hochwertige Spurenelemente wie Calcium, Eisen, Zink und Phosphat. Damit kann die Getreidesorte einen sinnvollen Teil zur Hundeernährung beitragen. 

Sie können Haferflocken pur füttern oder mit Wasser oder Brühe zu Porridge kochen. Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel über Haferflocken als Getreide für Hunde. Oder Hafer kann eben als Hafermilch in Form der Milchalternative verflüssigt gefüttert werden. Nur roh sollten Sie Ihrem Hund die Haferflocken nicht geben. Denn die Haferflocken würden im Darmtrakt stark quellen. Dann kann es zu Verdauungsbeschwerden und Verstopfung kommen.

 

Welche Lebensmittel für gesunde Verdauung?

Ob Ihr Hund die Hafermilch gut verträgt sollten Sie langsam testen, wie bei allen neuen Lebensmitteln. Rühren Sie zunächst kleine Mengen unter das Futter. So finden Sie Schritt für Schritt heraus, ob dem Hund die beliebte Milchalternative bekommt. Gleichzeitig können sie ausprobieren, ob Hafer Ihrem Hund überhaupt schmeckt.

Die Antwort auf die Titelfrage lautet also Ja, Hunde dürfen Hafermilch trinken. Wenn Ihr Hund die Hafermilch mag und gut verträgt, ist Fütterung absolut unproblematisch. Dabei sollten Sie lediglich den vergleichsweise hohe Kaloriengehalt von 44 kcal/100ml beachten. Falls Ihr Hund zu Übergewicht neigt, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie Hafermilch wirklich füttern wollen. Möchten Sie die Milchalternative als Leckerli geben? 

 

Wie viel Hafermilch ist gut für Hunde?

In kleinen Mengen wird Hafermilch sicher nicht schaden. Allerdings ist Hafermilch nicht als Ersatz für Trinkwasser geeignet. Beachten Sie, dass frisches Wasser und vollwertiges Hundefutter die Basis jeder Hundeernährung darstellen muss. Hafermilch ist also kein Ersatz für Hundefutter oder die Flüssigkeitszufuhr an sich. Getreide und die daraus gewonnenen Produkte sollten in jedem Fall nur eine Nebenrolle spielen.

 

Wie verträglich ist Getreide?

Dann gibt es natürlich noch die Argumente der Getreide-Gegner. Danach würden Hunde generell kein Getreide vertragen. Schließlich haben wilde Wölfe wohl auch keinen Hafer fressen können.

 

Die Diskussion um die Ernährung der Urahnen des Haushundes lassen sich leicht entkräften. Tatsächlich haben Wissenschaftler mittlerweile festgestellt, dass der moderne Haushund durchaus die Fähigkeit zur Verarbeitung von Getreide besitzt. Selbst die frühere Wölfe kamen mit Getreide und Pflanzen in Kontakt. Zum Beispiel wenn sie den Mageninhalt ihrer Beutetiere fraßen. Das ist das Standardargument der Barfer. Außerdem gehört Hafer zu den Getreidesorten, die von Natur aus wenig Gluten enthalten. Somit kann Hafer auch für Hunde mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet sein kann. Bei einer nachgewiesenen Zöliakie sollten Sie trotzdem unbedingt Ihre Tierärztin fragen.

 

Alternative Milchprodukte

Auch andere vegane Milchalternativen lassen sich bedenkenlos füttern: Sojamilch, Reismilch, Dinkelmilch oder Mandelmilch. Wobei die Meinungen zum Thema Soja auseinander gehen. Hier wird häufig das Argument der verwendeten Gentechnik oder der enthaltenen Östrogene ins Feld geführt. Es hängt also von Ihrer Meinung ab, wie Sie zu dem umstrittenen Thema stehen.

 

Getreidesorten wie Reis oder Dinkel sind meist gut verträglich. Deshalb sind sie auch als Getreidemilch kein Problem für das Verdauungssystem Ihres Hunds. Wobei sie weniger wertvolle Inhaltsstoffe enthalten wie der oben besprochene Hafer.

 

Bei hausgemachter Mandelmilch sollten Sie etwas vorsichtiger sein. Denn herkömmliche Mandelmischungen enthalten häufig die ein oder andere Bittermandel. Die sind für Hunde giftig.

 

Süßmandeln sind in kleinen Mengen auch für Hunde gut verträglich. Bittermandeln jedoch enthalten die Blausäure Amygdalin und können vor allem kleine Hunde gefährden.

 

Wollen Sie auf Nummer Sicher gehen, empfiehlt es sich also, bei bewährten Alternativen wie Hafer-, Reis- oder Soja zu bleiben.

 

Fazit zu Hafermilch für Hunde

Füttern Sie zunächst nur geringe Mengen, bis sie sich sicher sein können, dass keine Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt. Dann aber steht der milch- und laktosefreien Ernährung Ihres Hundes nichts mehr im Wege.

 

Probieren Sie aus, was Ihm schmeckt. Meiden Sie unnötige Inhaltsstoffe und hören Sie auf Ihr Gefühl. Manchmal ist weniger mehr. Und vielleicht braucht es Hafermilch gar nicht als Milchalternative in der Ernährung Ihres Hunds.

 

Quelle: dogco.de