web
spenden
facebook
 

ERSTE HILFE FÜR HUNDE BEIM HITZSCHLAG

Hunde sind sehr hitzeempflindlich, denn sie haben nur wenige Schweißdrüsen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln.

Ein Hitzschlag ist eine Überhitzung des Hundes. Es ist ein lebensgefährlicher Notfall, der einen Hitzekollaps auslösen kann. Im schlimmsten Fall führt das zum Hitzetod. Schnelles Handeln und eine anschließende Behandlung vom Tierarzt ist daher sehr wichtig. Ab einer Körpertemperatur von 41-43 Grad wird es für den Hund lebensgefährlich. Je nach Alter und Größe sogar schon früher.

Wie bekommt ein Hund einen Hitzschlag? 
- Durch übertriebenes Spielen oder Sport bei heißen Temperaturen.
- Durch das Einsperren in einem parkenden Auto, das in der Sonne steht. (Bei 24 Grad Außentemperatur hat es in dem Auto nach einer halben Stunde schon 40 und nach einer Stunde 50 Grad.) Achtung: Auch bei offenem Fenster ist die Hitzeentwicklung lebensbedrohlich! 
- Durch den Aufenthalt in stickigen, überhitzten Räumen.

Beim Hitzschlag ist der Hund nicht mehr fähig durch intensives Hecheln die Hitze von seinem Körperinneren an die Umgebung abzugeben.

Folgende Symptome können verschieden stark ausgeprägt sein:
Starkes Hecheln, beschleunigter Puls, schnelle flache Atmung, erhöhte Körpertemperatur, tiefrote Zunge, blasse Schleimhäute, eingefallen wirkende Augen, Erbrechen, Erschöpfung, Krämpfe, taumelnder Gang, Gleichgewichtsstörungen, Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit

Wie kannst Du helfen?
Wenn der Hund bei Bewusstsein ist, achte zuerst auf Deinen eigenen Schutz. Wirke beruhigend auf den Hund und andere anwesende Personen ein und leine den Hund an, denn er könnte im Schock orientierungslos davonlaufen. Gegebenenfalls kannst Du ihm auch einen Maulkorb anlegen, wenn er sehr aktiv ist, aber hier auf die wichtige Luftzufuhr achten!
Bring den Hund in eine kühle Umgebung, oder in den Schatten und lege ihn in stabile Seitenlage - die Atemwege müssen frei sein.
Biete dem Hund Wasser zum Trinken an. Dieses sollte nicht (!) eiskalt sein. Achte darauf, dass der Hund nicht zu hastig und schnell trinkt.

Du kannst den Hund auch auf ein feuchtes Handtuch legen, oder lege ein feuchtes Tuch auf seinen Nacken, oder Kopf. Wichtig ist, dass man in so einer Situation nicht einfach Wasser über den Hund schütten darf.
Befeuchte stattdessen langsam die Pfoten und Beine. Schau, dass die Tücher immer kühl und die Pfoten gut eingenässt sind.


Bring den Hund nach der Ersten Hilfe zu einem Tierarzt.

Falls der Hund nicht mehr bei Bewusstsein ist, bringe ihn sofort zu einem Tierarzt. Kühle ihn am Weg mit feuchten Tüchern und mach seine Pfoten nass.

Ich wünsche Dir und Deinen Liebsten einen wunderschönen Sommer ohne Zwischenfälle!


Gemeinsam für die Tiere.

 

Deine 

Marion Löcker,
Tierschutzverein Robin Hood

web
spenden
facebook
 

ERSTE HILFE FÜR HUNDE BEIM HITZSCHLAG

Hunde sind sehr hitzeempflindlich, denn sie haben nur wenige Schweißdrüsen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln.

Ein Hitzschlag ist eine Überhitzung des Hundes. Es ist ein lebensgefährlicher Notfall, der einen Hitzekollaps auslösen kann. Im schlimmsten Fall führt das zum Hitzetod. Schnelles Handeln und eine anschließende Behandlung vom Tierarzt ist daher sehr wichtig. Ab einer Körpertemperatur von 41-43 Grad wird es für den Hund lebensgefährlich. Je nach Alter und Größe sogar schon früher.

Wie bekommt ein Hund einen Hitzschlag? 
- Durch übertriebenes Spielen oder Sport bei heißen Temperaturen.
- Durch das Einsperren in einem parkenden Auto, das in der Sonne steht. (Bei 24 Grad Außentemperatur hat es in dem Auto nach einer halben Stunde schon 40 und nach einer Stunde 50 Grad.) Achtung: Auch bei offenem Fenster ist die Hitzeentwicklung lebensbedrohlich! 
- Durch den Aufenthalt in stickigen, überhitzten Räumen.

Beim Hitzschlag ist der Hund nicht mehr fähig durch intensives Hecheln die Hitze von seinem Körperinneren an die Umgebung abzugeben.

Folgende Symptome können verschieden stark ausgeprägt sein:
Starkes Hecheln, beschleunigter Puls, schnelle flache Atmung, erhöhte Körpertemperatur, tiefrote Zunge, blasse Schleimhäute, eingefallen wirkende Augen, Erbrechen, Erschöpfung, Krämpfe, taumelnder Gang, Gleichgewichtsstörungen, Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit

Wie kannst Du helfen?
Wenn der Hund bei Bewusstsein ist, achte zuerst auf Deinen eigenen Schutz. Wirke beruhigend auf den Hund und andere anwesende Personen ein und leine den Hund an, denn er könnte im Schock orientierungslos davonlaufen. Gegebenenfalls kannst Du ihm auch einen Maulkorb anlegen, wenn er sehr aktiv ist, aber hier auf die wichtige Luftzufuhr achten!
Bring den Hund in eine kühle Umgebung, oder in den Schatten und lege ihn in stabile Seitenlage - die Atemwege müssen frei sein.
Biete dem Hund Wasser zum Trinken an. Dieses sollte nicht (!) eiskalt sein. Achte darauf, dass der Hund nicht zu hastig und schnell trinkt.

Du kannst den Hund auch auf ein feuchtes Handtuch legen, oder lege ein feuchtes Tuch auf seinen Nacken, oder Kopf. Wichtig ist, dass man in so einer Situation nicht einfach Wasser über den Hund schütten darf.
Befeuchte stattdessen langsam die Pfoten und Beine. Schau, dass die Tücher immer kühl und die Pfoten gut eingenässt sind.


Bring den Hund nach der Ersten Hilfe zu einem Tierarzt.

Falls der Hund nicht mehr bei Bewusstsein ist, bringe ihn sofort zu einem Tierarzt. Kühle ihn am Weg mit feuchten Tüchern und mach seine Pfoten nass.

Ich wünsche Dir und Deinen Liebsten einen wunderschönen Sommer ohne Zwischenfälle!


Gemeinsam für die Tiere.

 

Deine 

Marion Löcker,
Tierschutzverein Robin Hood

Müssen Hunde mit jedem Hund "sozialisiert" sein??!

Hundehalter bekommen oft, wenn sie für ihren Hund Kontakt mit fremden Hunden ablehnen, zu hören, dass ihr Hund "schlecht sozialisiert" wäre.

 

Es fallen Sätze wie: "ach ist er unverträglich"? oder "was haben Sie für einen aggressiven Hund"? Diese Sätze werden dann von tiefsinnigen, vielsagenden und immer vorwurfsvollen Blicken begleitet.

 

Solche Sätze sind gemein, denn sie sollen dem Gegenüber suggerieren, in der Erziehung des eigenen Hundes versagt zu haben. Das erzeugte Gefühl: man erfüllt nicht die Erwartung einen uneingeschränkt und in jeder Situation freundlichen Hund zu haben.

 

Manche Hundehalter fühlen sich dadurch so unter Druck gesetzt, dass sie lieber lügen. Sie schummeln dann indem sie sagen ihr Hund hätte Flöhe oder eine schlimme ansteckende Krankheit. Andere Hundehalter stürmen Hundeschulen in der Hoffnung einen mit jedem Hund verträglichen Hund zu bekommen. Durch diese Forderung nach dem ultimativ verträglichen Hund unterliegen sie anscheinend dem Druck, ihren Hund zwanghaft dahin erziehen zu müssen, dass er sich sofort freundlich und spielbereit gegenüber jeden anderen Hund verhalten und aggressives Verhalten anderer Hunde einfach ignorieren soll.

Das allgemeine "Totschlagargument" bei der Forderung zum "ich spiele mit allen Hund" ist, dass der Hund doch ein Rudeltier sei.

 

DAS STIMMT NICHT

 

Hunde sind zwar Rudeltiere aber auf Hundewiesen trifft sich kein "Rudel", sondern fremde Hunde. Sind es mehrere Hunde die sich kennen, spricht man von einer Meute, nur bei Hunden die aus einem Familienverband stammen ist der Begriff "Rudel" zulässig.

 

Wenn das Gegenüber mit diesem Argument kommt, dann empfiehlt sich ein mitleidiger, vielsagender, tiefer Blick und die kurze Anmerkung: "Sie verstehen aber nicht viel von Hunden"?

 

MENSCHEN DIE MEINEN JEDER HUND "SPIELT" MIT ANDEREN HUNDEN HABEN UNRECHT

 

Hunde wissen nichts um die menschliche Definition von Sozialverträglichkeit. Sie sehen auch keinen Sinn dahinter mit fremden Hunden "spielen" zu müssen. Ganz unter uns - ist das bei Menschen anders? Welcher Mensch mag schon jedem anderen Menschen etwas zu tun haben? Hier haben wir also einen höheren moralischen Anspruch an unsere Hunde als an uns selbst. Unsere Hunde sollen das tun, was wir selbst niemals tun würden - mit jedem fremden Menschen, ganz ohne Kennenlernphase gut Freund sein.

 

HUNDEBEGEGNUGEN BRAUCHEN MANAGEMENT

 

Ein Hundehalter, der darauf hofft, dass der eigene Hund ohne jegliches Management und Führung durch seinen Menschen immer freundlich bleibt, nie in einen Konflikt gerät und uneingeschränkt hundespielwiesentauglich ist, hat eine realitätsfremde Erwartungshaltung an seinen Hund. Ausgeprägt ist dieses Verhalten meist bei Einzelhundehaltern. Sie meinen es gut aber die Folgen sind fatal.

 

Hundebegegnungen sind nur dann eine Bereicherung wenn die Vierbeiner Zeit haben einander kennen zu lernen und auch entscheiden dürfen welchen Hund sie mögen und welchen nicht.

 

Bevor man sich in Hundebegegnungen stürzt sollte man 2 Dinge tun: Ein sicheres Abbruchkommando trainieren und sich einen realistischen Blick für die Bedürfnisse und Vorlieben des eigenen Hund aneignen.

 

DER TUTNIX

 

Wenn ein Hund in Lauerhaltung flach am Boden liegt und einen anderen Hund fixiert, dann ist das keine Spielaufforderung. Wenn ein Vierbeiner wie ein D-Zug in eine Gruppe von Hunden kracht ist das keine freundliche Handlung und jeder vernünftige Hund wird das umgehend sanktionieren. Wenn ein Rüde eine Hündin bedrängt, ist das nicht "lieb" und jede anständige Hundedame wird dem Hundemann zeigen wo der Bartl den Most holt.

Hundehalter die ihre Hunde so agieren lassen sind ausgesprochen unbeliebt. Sie zeigen, dass ihr Hundewissen bei Null liegt und sie gefährden andere Hunde, möglicherweise auch fremde Menschen. Es soll schon Schlägereien deswegen gegeben haben, nicht zwischen den Hunden sondern zwischen Zweibeinern.

 

Dem Tutnix tut es ebenfalls selten gut. Entweder wird er von einem größeren Hund verhauen oder er macht eine unliebsame Begegnung mit einem Zweibeiner der seinen Hund beschützen will. In jedem Fall wird es eine unerfreuliche Erfahrung sein, die das Verhalten des Hundes negativ prägen kann.

 

SOZIALVERTRÄGLICHKEIT

 

Sozialverträgliche Hunde nähern sich langsam und respektvoll, sie laufen Bögen, sie geben anderen Hunden Raum und ziehen sich zurück wenn sie merken, dass der andere Vierbeiner keinen Kontakt wünscht.

 

Sie sind weder aufdringlich noch überdreht. Wer solches Verhalten seines Hundes zulässt, ist auch als Hundebesitzer alles andere als „sozialverträglich“. Die Sozialverträglichkeit des eigenen Hundes beginnt beim Besitzer und zwar mit der Einstellung niemanden belästigen zu wollen, sie bedeutet Neutralität des Hundes gegenüber seiner Umwelt und sie bedeutet Kommunikation unter Hundehaltern.

 

VERTRÄGLICHKEIT KANN MAN NICHT ANERZIEHEN

 

Man kann die Einstellung seines Hundes zu anderen Hunden nicht mit Erziehung verändern. Man kann ihm nicht anerziehen jeden fremden Hund zu mögen. Man kann niemals Charakter durch Ausbildung verändern.

 

Was man kann, das ist einen Hund zum Gehorsam zu erziehen, so dass man Hundebegegnungen moderieren und eventuell auch abbrechen oder ganz vermeiden kann.

Ein sozialverträglicher Hund ist ein Hund der Konflikten aus dem Weg geht, sie vermeiden kann. Keinesfalls aber ein Hund der mit allen anderen Hunden Kontakt sucht.

Auch ein Hund hat das Recht andere Hunde nicht zu mögen. Er hat das Recht auf seine Individualdistanz. Das macht ihn nicht zu einem "schlechten Hund", ganz im Gegenteil.

 

ALLE HUNDE SPIELEN

 

Das ist ein menschliches Konzept, eine Vorstellung die vorwiegend bei wenig hundeerfahrenen Menschen zu finden ist. Hunde "spielen" selten, meist "trainieren" sie. Wenn eine Meute einen kleinen Hund hetzt, dann ist das nicht ein Fitlauf sondern Jagdverhalten. Was Hunde gerne tun ist, dass sie mit anderen Hunden kooperieren, das impliziert aber dass der Mensch dabei mitmacht. Hundehalter die tief in ihrem mobilen Telefon versunken sind oder tratschen, die sind keine Kooperationspartner sondern Menschen die ihren Hund "abgeben", ihn sich selbst überlassen. Wenn es dann kracht, dann fallen diese Menschen aus allen Wolken und machen meist alle anderen aber nie sich selbst dafür verantwortlich.  

gepostet auf Facebook Cindy Heilmann am 13. Mai 2021

 

Von der Unart, langhaarige Hunde zu scheren

von Kristine Schirmer und Katharina von der Leyen

 

Jedes Jahr aufs Neue kündigt sich der Frühling an durch Hunde, deren langes Haupthaar millimeterkurz abgeschoren wurde, was nicht selten einen unvorteilhaften Taillenumfang an den Tag bringt – und eine ganz andere Haarfarbe, denn das Unterfell ist gewöhnlich um ein Vielfaches heller als das lange, glattere Deckhaar.  Besitzer geschorener Hunde erklären gewöhnlich, dass das Fell ihres Hundes für das arme Tier viel zu warm sei und er im Sommer leiden und schwitzen würde, dass er im Fell zu viel Dreck ins Haus tragen würde, dass er sich nur sehr ungern bürsten ließe und manchmal sogar schnappen würde und dadurch dann verfilze, dass es so mühsam sei, ihn zu baden und er mit dem langen Fell fürchterlich „nach Hund“ rieche, und er sich im Übrigen  – echt! – total freuen würde, wenn er endlich geschoren sei.

Tatsache ist allerdings  – wer hätte das gedacht! -, dass man dem Hund mit einer Schur eher schadet als hilft.

Natürlich könnte man nach einem solchen Spaziergang auf die Idee kommen, den Afghanen kurzerhand zu scheren. Stattdessen könnte man ihm ein wenig die Haare schneiden, falls man ein Modell besitzt, dass Schlammbäder zu seinem üblichen Beauty-Programm zählt, aber eben nur so, dass man die Haarstruktur nicht verletzt und das Fell nicht ganz so lang und üppig ist.

 

Das Geheimnis der Hundehaut

Die Haut unserer Hunde ist völlig anders aufgebaut als unsere menschliche Haut. Anders als der Mensch besitzt der Hund nur sehr wenige Schweißdrüsen und reguliert seinen Temperaturhaushalt hauptsächlich über die Zunge (indem er hechelt) und über die Ballen seiner Pfoten, wo sich Schweissdrüsen befinden. Hundehaut hat einen viel niedrigeren ph-Wert als Menschenhaut – nämlich basische 7.5 im Gegensatz zu den bereits im sauren Milieu angesiedelten 5.0 des Menschen) ist deutlich dünner und sorgt mithilfe der Talgdrüsen für ein gesundes Hautmilieu.

Die Funktionen des Hundehaars

Das Fell schützt Hunde vor Sonne, Hitze, Nässe und Schmutz. Bei den allermeisten Hunderassen besteht das Fell aus zwei Schichten: Dem Deckhaar und der Unterwolle (englisch: „Double Coat“). Nur der Pudel und seine Anverwandten bilden hier eine Ausnahme: Er besitzt einen „Single Coat“, also nur eine Haar-Art und keine Unterwolle, die ähnlich der des Menschen auch immer weiter wächst und daher regelmäßig geschnitten werden muss.

Das Deckhaar – auch Grannenhaar genannt – ist in seiner Struktur länger und fester und schützt vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Wind, Wasser und vor kleineren Verletzungen. Die Unterwolle dagegen ist in ihrer Struktur viel weicher und kürzer. Sie sitzt dicht an der Haut und schützt sie zusätzlich, weshalb Hunde mit sehr dichtem Fell nur selten „nass bis auf die Haut“ werden (wie Besitzer von beispielsweise Collies oder Neufundländer, die ihre Hunde shampoonieren möchten, aus leidvoller Erfahrung wissen) und auch nur selten frieren. Zusammen bilden beiden Haar-Schichten eine optimale Isolierschicht, vergleichbar mit einer hervorragenden Klimaanlage. Sie erneuern sich zyklisch, will heißen: die Haare fallen in bestimmten Abständen aus, um sich zu erneuern. Durch Zuchteinwirkung kann es allerdings dauern, bis der Hund sich von der fest sitzenden Unterwolle befreit. Wird sie nicht regelmäßig ausgebürstet, bleibt sie sozusagen „stecken“ und verhindert, dass das Fell bis auf die Haut durchlüftet wird – als würde man im Hochsommer Angorawäsche tragen.

Wenn das Fell geschoren wird

Bei einer Schur werden zwangsläufig alle Haarschichten bis auf wenige Millimeter mechanisch gekürzt. Dadurch wird das Deckhaar komplett zerstört und damit auch automatisch die Thermo-Regulation nach Art einer Klimaanlage und als Sonnenschutz für die empfindliche Haut. Die Kapillaren (der dritte Gefäßtyp des Blutkreislaufs), die zu den Haarwurzeln führen, können „verschmelzen“ und das Nachwachsen des Deckhaars verhindern – darum wird das Deckhaar bei geschorenen Hunden selten wieder so schön, wie es ursprünglich war. Die bereits abgestorbene Unterwolle wird durch das Scheren nicht entfernt und lässt sich nun auch nicht mehr ausbürsten. Zusammen mit der nachwachsenden Unterwolle bildet sie in kürzester Zeit eine Art Filz-T-Shirt, das Problem mit der Sommerhitze wird also nach kürzester Zeit schlimmer als vorher. Bei Nässe kann Wasser nicht ablaufen, und so saugt sich die Unterwolle voll und bleibt klamm, auf der Haut staut sich Feuchtigkeit und bildet einen fabelhaften Nährboden für Bakterien, Pilze und Parasiten.

 

Häufig ergeben sich durch das Abscheren auch Strukturveränderungen des Fells, weil die Unterwolle, die wie beschrieben viel schneller wächst als das Deckhaar, das nachwachsende Deckhaar verdrängt und der Hund „verwollt“. Bei langhharigen Hunden wie z.B. Havanesern oder Bobtails, bei denen die Unterwolle auch in der Länge mitwächst, wird häufig „Stroh aus Gold“, indem das seidige Deckhaar strohig und lockig nachwächst und dabei auch an Farbe verliert.

 

Rassen mit hartem, drahtigen Fell haben üblicherweise drei  Haarschichten statt zweien, also zwei Deckhaar-Schichten und eine Schicht Unterwolle. Wird diese Haar-Art geschoren, wird der Haarwechsel unterbrochen und das Nachwachsen der neuen, harten (und damit schmutz- und wasserabweisendes) Haare so gestört, dass anschließend ein zartes, weiches und einschichtiges Fell mit einem Grauschleier nachwächst, was mit dem ursprünglichen prächtigen, harschen und tief pigmentierten Fell nur noch wenig zu tun hat. 

 

Und was jetzt?

Um dem Hund im Sommer (und dem Besitzer in den nassen Jahreszeiten) zu helfen, sollte der Hund regelmäßig und mit dem richtigen Werkzeug ausgebürstet und gepflegt werden, denn: Die Unterwolle muss im Frühjahr `raus, damit durch die verbesserte Luftzirkulation die Haut wieder atmen kann. Wichtig ist nicht die Länge des Fells, sondern die Wiederherstellung der natürlichen „Klimaanlage“. Und ja: einen Hund von seiner toten Unterwolle zu befreien ist – vor allem beim ersten Mal – sehr aufwändig und kostet Zeit, je nach Hundegröße zwischen 30 und 90 Minuten (es geht auch mehr , aber man muss das ja nicht alles an einem Tag machen).

 

Die gute Nachricht ist: Je regelmäßiger Sie das Fell pflegen, desto weniger Unterwolle produziert der Hund im Laufe der Zeit – und außerdem riecht er besser, bekommt schöneres Fell und glänzt wundervoll. Wer das nicht selber machen möchte, kann sich mit einem guten, professionellen Hundefriseur verabreden (wenn dieser den Hund abscheren möchte, ist er, wie Sie jetzt wissen, weder gut, noch professionell) und den Hund entweder ausbürsten oder sich genau zeigen lassen, wie das am besten und angenehmsten (für den Hund!) geht.

 

 

Das richtige Werkzeug

Gutes Werkzeug hat – wie alles in der Welt – seinen Preis. Trotzdem lohnt sich die Anschaffung von guten Bürsten, Kämmen und Unterwolle-Messern, weil man sonst – wie eben leider in allen anderen Fällen auch – letztlich draufzahlt, wenn Gerät nicht tut, was es soll. Wichtig ist immer, dass man mit allen Bürsten, Kämmen, Unterwolle-Messern etc. sanft umgeht, um den Hund nicht zu pieken, zu verletzen und letztlich dafür zu sorgen, dass man ihm das Bürsten total verleidet. Für eigentlich alle Fellarten braucht man mehr als ein Gerät – eine Bürste und einen Kamm, oder eine Bürste, einen Kamm und ein Entfilzungsmesser, etc.

 

Ach, und übrigens: Vorsicht mit dem Furminator. Was man damit ausbürstet, sieht zwar sehr beeindruckend aus, aber er schneidet das Deckhaar ab und darf deshalb nur an Körperteilen angesetzt werden, die kurzhaarig sind, wie an der Schulter oder an den Schenkeln von Dalmatinern, Mops oder Vizsla und Labrador, die zwar so tun, als hätten sie keine Unterwolle, was aber nicht stimmt. Setzt man den Furminator bei längerem Haar ein, splisst man damit die Enden, und das Fell wird fransig und scheußlich.

Bürsten

 

Die kleine hellblaue Doggyman für Havaneser, Bichon, etc.

 

Show Tech 70622 für “dicker gepufferte” Hunde, wie die Hosen und Brust von Berner Sennenhunden, Collie, Neufundländer, Samojede, Husky, etc.

 

Activet lila Mega für alle langen, wuscheligen Haare, NICHT bei dünnem langem Fell (Barsoi), vorsichtig auf der Haut

 

 

Kämme

Mit Kämmen muss man üben. Je kürzer das Fell, desto mehr kommt der Kamm zum Einsatz statt Bürste., und zwar parallel zur Haut durchfahren. Beispielsweise die Oberschenkel von Golden Retriever sind kurz

Der Resco Kamm ist fabelhaft geeignet für Rassen mit langem Fell wie Bearded Collie, Briard, etc.

 

Bei der Show Tech 18 Entwirrungsharke – geben die Borsten flexibel nach und rotieren, so dass es nicht ziept, wenn man damit durch wirres Haar fährt

 

Grotec 70149 Kamm eignet sich für alle, außerdem als “Check-Up”, ob wirklich jeglicher Filz ausgekämmt wurde.

 

 

Entfilzen

Show Tech 70624 – ziemlich starre Borsten, daher Vorsicht mit der Haut, aber ein phänomenales Entfilzungswerkzeug (Hand unter die Borsten, wirklich nur fürs Fell)

ActiVet Matzapper Mega – auch sensationell zum Entfilzen, aber auch hier: aufpassen, dass die Borsten nicht auf die Haut kommen

 

 

Unterwolle enfernten

Trimm Ex Unterwollentferner Breit Feine Zahnung – ähnlich dem Furminator, nur für kurzhaarige Hunde mit Unterwolle

 

Show Tech Speed Stripper 20 Klingen – für Hunde mit feinem Fell, die nicht dick gepuffert sind mit Unterwolle wie z.B. Cocker Spaniel, Setter, Münsterländer

 

Show Tech Speed Stripper 12 Klingen – für Hunde mit gröberem Fell (je gröber das Fell, desto gröber die Zinken) wie Collies, Berner Sennenhunde, Golden Retriever, Neufundländer, Husky, Malamute, Hovawart, Flat Coated Retriever, Border Collie, Australian Shepherd

Wie schwitzen unsere Hunde?

Der Sommer ist da und manch Hundehalter kommt auf die Idee, seinen Hund scheren zu lassen.
Aus menschlicher Sicht mag das ja Sinn machen, aber Hunde können NICHT... über die Haut schwitzen.

Um die hohen Temperaturen auszugleichen, hecheln Hunde und kühlen sich durch die Atmung ab. Sie atmen die warme Luft über die Schnauze aus und kühle Luft durch die Nase ein.
Zusätzlich sorgt der auf der Zunge verdunstende Speichel für Kühlung. Anders als beim Menschen haben Hunde im wesentlichen nur die Zungenoberfläche zur Verfügung, um dem Körper mittels Verdunstung Wärme zu entziehen. Je schneller der Hund atmet oder hechelt, desto besser kann er sich abkühlen. Ausgestrecktes Liegen, das Aufsuchen von Schattenplätzen und vermehrtes Trinken unterstützt die natürliche Abkühlung weiter.
Viele Hundehalter reagieren jedoch schnell geschockt auf das verstärkte Hecheln ihres Vierbeiners, was jedoch keinesfalls ein Anlass zur Sorge ist! Hier wurde einfach „die interne Klimaanlage“ angeschmissen, und das ist nun mal nach außen hörbar. Darüber hinaus tragen auch die Pfoten mitsamt ihren Schweißdrüsen etwas dazu bei, höhere Temperaturen auszugleichen. Um die Verdunstungskälte jedoch effektiv nutzen zu können, benötigen Hunde im Sommer - genau wie wir Menschen - deutlich mehr Wasser. Deswegen muss immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Eigentlich hat die Natur schon dafür gesorgt, dass Hunde trotz Fell auch heiße, trockene Sommertage gut aushalten. Ihr Fell hält Hitze und Sonne ab. Werden die Haare abgeschnitten, wirft das erst einmal die natürliche Wärmeregulation des Fells durcheinander. Das Deckhaar schützt die Hunde vor Sonne, Nässe und Schmutz. Die Unterwolle sorgt für die Wärmeisolation. Beim Scheren wird das Deckhaar entfernt - womit dem Hund eine wichtige Schutzschicht fehlt. So kann er sogar einen Sonnenbrand bekommen. Außerdem können Insekten den geschorenen Hund leichter stechen und Zecken sich besser einnisten.
Experten empfehlen, das Fell stattdessen regelmäßig zu bürsten oder ausdünnen zu lassen. So lässt sich tote Wolle entfernen, und Luft gelangt an die Haut.